Sonntag, 10 Oktober 2021 12:45

Maschinenbau im Aufwind

Radial Wellendichtring Radial Wellendichtring pixabay

Die deutschen Maschinenbauer konnten im August Auftragsplus von annähernd 50 % gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres erzielen. Die Nachfrage aus dem Ausland, wo deutsche Maschinen und Anlagen beliebt sind, war dabei bemerkenswert hoch. Berechnungen des Branchenverbandes zufolge könnte der pandemiebedingte Einbruch bereits in 2022 überwunden werden.


 

Lieferengpässe mindern Zuwachs

Berücksichtigen muss man hierbei allerdings, dass der August des vergangenen Jahres einer der schwächsten Monate überhaupt für den deutschen Maschinenbau war. Aufträge aus dem nicht-europäischen Raum, sie lagen bei einem Plus von fast 60 %, machen deutlich, dass die Wirtschaft weltweit wieder im Wachstum ist. Großanlagen sind dabei besonders stark nachgefragt. Der Produktionszuwachs wird in 2021 bei etwa 10 % liegen, damit ist der Einbruch noch nicht ganz wett gemacht, aber bereits sehr nahe dran. Der Grund für nicht noch mehr Zuwachs liegt vor allem am andauernden Materialmangel bei Rohstoffen und Vorprodukten.

VDMA appelliert für ein Ministerium für Außenwirtschaft

Der Maschinenbau ist Deutschlands Vorzeigebranche mit einer Exportrate von 80 Prozent. Aufgrund keimender weltweiter Querelen sieht die Branche den Spitzenplatz gefährdet und appellieren deshalb für eine zweckgerichtete Politik in der Außenwirtschaft. So erklärte der Verband der deutschen Maschinenbauer (VDMA), dass Deutschland eines der wenigen Länder ist, dass nicht über ein Handels- beziehungsweise Außenwirtschaftsministerium verfügt, um sich um die Interessen der Exportwirtschaft einzubringen.

Die wachsende Isolierung nationaler Märkte ist als Hintergrund der Forderung anzuführen. Des Weiteren sieht der Verband die steigenden Local Content Vorschriften in bedeutenden Bestimmungsländern, wie zum Beispiel China, sorgenvoll. Folgen hätte dies letztlich auch für etliche Zuliefererbetriebe, wie Hersteller von Radial Wellendichtring, die vom Maschinenbau abhängig sind. Kritisch betrachtet wird auch die derzeitige staatliche Unterstützung bei der Exportfinanzierung, von der lediglich große Konzerne einen Vorteil haben. In diesem Zusammenhang fordert der VDMA eine Neuregelung der Finanzierung, damit auch kleinere und mittlere Unternehmen davon profitieren können.

Chinas grüne Neugestaltung

Die Klimaschutzziele Chinas sind ein Antreiber für den Maschinenbau des Landes und die ersten Anzeichen durch die Energiewende in China sind bereits klar zu ersehen. Die Wertschöpfung der Branche stieg im Vergleich zum Vorjahr in der ersten Jahreshälfte um annähernd 30 Prozent. Insbesondere die Energiewirtschaft, als einer der Hauptabnehmer von Maschinen und Anlagen, treibt die Absätze nach oben. Aufgrund der dualen CO2-Ziele der chinesischen Regierung eröffnen sich neue Marktperspektiven. Diese Perspektiven ergeben sich deshalb, da China den gesamten Energieverbrauch, inklusive der energieintensiven Fabriken, reduzieren muss.

Seit dieser Entscheidung der Zentralregierung fand im Maschinen- und Anlagenbau eine Umwandlung der nationalen Industrie statt. Es wurden neue Technologien, neue Produkte und neue Geschäftsmodelle gestaltet, damit China seine Klimaziele erreichen kann, so heißt es vonseiten der “China General Machinery Industry Association”.

An erster Stelle für das enorme Wachstum im Maschinenbau ist der Aufbau einer klimafreundlichen Wasserstoffwirtschaft zu nennen. Man ist sich allerdings auch bewusst, dass chinesische Unternehmen den ausländischen Konkurrenten in diesen neuen Technologien noch ersichtlich hinterherläuft. Es gibt noch immer einige Rückstände und auch Engpässe, die zeigen, dass China noch auf ausländische Hersteller angewiesen ist. Speziell im Bereich von Hochleistungs-Kompressoren für Wasserstoff-Betankungsanlagen und entsprechend volumenreicher Lagerbehälter ist die Lücke groß. Doch auch da wird man versuchen aufzuholen und ausländische Hersteller zu verdrängen.

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